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Luigi Pirandello

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Dank Giuseppe Tizza

für die freundliche Zusammenarbeit

 

Giuseppe Tizza

Dolmetscher und Übersetzer

Am Gallberg 4

40629 - Dusseldorf

Telefonische Multikonferenz

 


 

Si ringrazia Giuseppe Tizza

per la gentile collaborazione

 

Giuseppe Tizza

Interprete e Traduttore

Am Gallberg 4

40629 - Dusseldorf

Anche traduzioni in multiconferenza telefonica.

 

 

 

 

 

Luigi Pirandello (1867-1936)

Pirandello in Deutschland

 

durch Deutsches Pirandello-Zentrum e.V.

Der sizilianische Nobelpreisträger Luigi Pirandello (1867-1936) ist hierzulande zwar als Klassiker der Moderne bekannt und sogar in dem Adjektiv "pirandellianisch" oder "pirandellesk" im - wenigstens intellektuellen - Sprachgebrauch präsent, er ist aber immer nur sehr selektiv gelesen worden, einfach deshalb, weil es nie eine einigermaßen repräsentative Ausgabe seiner Werke in deutscher Sprache gegeben hat.

Zwar ist das deutsche Theater der Jahre 1924 bis 1930 von einer wahren Pirandello-Mode geprägt, aber die bezieht sich nur auf den Dramatiker Pirandello, von dem auch nur die Stücke dieser Periode zur Kenntnis genommen wurden (nicht das Früh- und nicht das Spätwerk der 30er Jahre); zwar hat man in den 50er Jahren Pirandello als "Existentialisten avant la lettre" entdeckt, aber das bezog sich nur auf den Novellenautor Pirandello, von dem seitdem in verschiedenen Zusammensetzungen das eine oder andere Anthologiebändchen sogar die Bahnhofskioske bestückt, während die verfügbaren Theatertexte nach 1945 sich immer wieder lediglich auf das von Peter Szondi zum Spiel vom Ende des Dramas stilisierte Metadrama Sechs Personen suchen einen Autor beschränkten.

 

 

Die Romane wurden fast durchgehend ignoriert, sieht man von einem bescheidenen Erfolg des Mattia Pascal ab. Da Pirandello aber nicht nur auf dem Theater neue Maßstäbe gesetzt hat und sein Werk gegenwärtig wieder einmal als "postmodern avant la lettre" entdeckt wird, schien es hoch an der Zeit, dem deutschsprachigen Leser endlich eine einigermaßen vollständige Ausgabe anzubieten.

Sie liegt nun in sechzehn Einzelbänden vor. In diesen finden sich erstmals sämtliche sieben Romane und eine umfangreiche Auswahl von Novellen (ca. 150 von insgesamt ca. 240 Texten) in vier Bänden, dazu Pirandellos poetologischer Essay „Der Humor“ und natürlich das gesamte Theater (5 Bände). Ein Band „Nachrichten über meinen unfreiwilligen Aufenthalt auf der Erde“, in dem Pirandellos Leben und Werk „zweistimmig“ erzählt wird – einmal vom Herausgeber, einmal durch für sich selbst sprechende Beispiele seiner Lyrik und Texte aus Briefen, Zettelkästen und Tagebüchern sowie nicht ausgeführten Skizzen - rundet die Ausgabe ab.

Die Romane zeigen Pirandello als Wegbereiter der Moderne, der den Verismus/Naturalismus sozusagen von innen heraus überwindet, indem er die Schreibhaltung der Naturalisten selbst zum Gegenstand der Geschichte macht und ironisiert (Serafino Gubbio), die Auflösung des Ich diagnostiziert (Mattia Pascal, Einer, keiner, hunderttausend), kunst- und filmtheoretische Fragen im Zeitalter der "technischen Reproduzierbarkeit des Kunstwerks" in erlebbare Erfahrung umwandelt (Der Mann seiner Frau, Serafino Gubbio) oder schlicht und einfach eine naturalistische Grundhaltung konsequent ironisiert, selbst wenn es um so ernste Fragen wie Emanzipation (Die Ausgestoßene), Ökologie (Serafino Gubbio) oder Politik und Gesellschaft (Die Alten und die Jungen) geht.

Die Novellen, oft Keimzellen der Theaterstücke, radikalisieren diese Tendenz durch die Pointenorientiertheit dieses Genres noch. Ihre Grundform ist die Beffa , der Streich der Boccaccio-Novelle; aber ihn spielen nun nicht mehr listige Intriganten tölpelhaften Opfern, sondern "das Leben und der Tod" dem Menschen schlechthin. So werden Pirandellos Figuren immer wieder zu armseligen Hampelmännern, höhnisch verlacht von einer Macht, die nach Gottes Tod nicht mehr zu fassen ist. Zugleich aber verlieren sie für den Leser die moralischen Konturen, nach denen er sie einordnen könnte: Begriffe wie Gut und Böse sind sinnlos geworden, an ihre Stelle tritt so etwas wie eine allgemein-menschliche Schwäche (im doppelten Wortsinn) und Ohnmacht, und wer die durchschaut ("wer das Spiel verstanden hat"), ist allemal noch am besten dran.

 

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