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durch
Deutsches
Pirandello-Zentrum e.V.
Ein, kein, hunderttausend Ichs des Luigi
Pirandello
Wer ist Pirandello? Eine der wenigen Konstanten
in Pirandellos Werk besteht ja eben darin, die Idee einer einheitlichen, "wahren",
zu allen Zeiten gleichen Persönlichkeit radikal in Frage zu stellen, gerade auch,
was das eigene Ich betrifft:
"Ach, Sie glauben, Konstruktion hätte nur
mit Gebäuden zu tun? Ich konstruiere mich andauernd, und ich konstruiere Sie,
und Sie tun dasselbe. Und die Konstruktion hält so lange, bis das Material
unserer Gefühle zerbröckelt und der Zement unseres Willens zerfällt. [...] Es
genügt, daß der Wille ein wenig schwankt und sich die Gefühle in einem Punkt
wandeln, ja auch nur geringfügig verändern, und dahin ist unsere Wirklichkeit!"
( Einer, keiner, hunderttausend, 1925)
Die daraus resultierenden Probleme der
Welterfassung, aber auch der Kommunikation, gestaltet sein Werk in nicht
philosophisch-theoretischen, sondern höchst konkreten, oft von Leid der Personen
geprägten Geschichten: die Konstanten der Unruhe, der Skepsis, der stets
ironisch-selbstironischen Infragestellung aller Sicherheiten der Menschen, auch
der eigenen, letzten, scheinbaren Rückzugsgebiete, bis hin zur Kunst selbst sind
Dominanten dieser Novellen, Romane und Theaterstücke, die zwischen 1890 und 1936
entstanden sind.
Natürlich ist Pirandellos Literatur auch - wie
die Anhänger der Postmoderne zustimmend meinen - Spiel, aber kein unbeschwertes,
nicht eines, das man "aus Neugier" spielen kann, wie er selbst in den Riesen vom
Berge schreibt. Es ist ein Taumelspiel (ilinx),das vom Leser verlangt, sich
rückhaltlos darauf einzulassen, alle Sicherheiten, auch alle festen
Überzeugungen in Frage zu stellen, selbst um den Preis des Leidens, den der
Autor selbst immer wieder in seiner radikalen Skepsis auch gegenüber dem eigenen
Denken gezahlt hat. Alles ist erlaubt, wenn man bereit ist, rückhaltlos ehrlich
zu sich selbst zu sein, nur eines nicht: seine Wahrheit den anderen aufzuzwingen.
Diese verblüffend einfache und doch so schwer einzuhaltende Minimalregel macht
aus Pirandello, nicht nur einen der wichtigsten Autoren des zu Ende gegangenen
Jahrhunderts, sondern vielleicht auch einen, der dem nächsten noch immer ein
bißchen seinen Stempel aufprägen sollte.
durch
StadtMuseum Bonn
Pirandello, einer der berühmtesten italienischen Dichter des
20.Jh. hat in Bonn nicht nur studiert - vom WS 1889/90 bis zum SS 1892 - und
promoviert (1891), sondern seiner rheinischen Zeit in den "Elegie renane"
(Rheinische Elegien) auch ein literarisches Denkmal gesetzt. Noch heute erinnert
eine Tafel im Romanistischen Seminar an sein Wirken. Der
Sohn eines Schwefelgrubenbesitzers wuchs in der Nähe von Agrigent (Sizilien) auf
und schrieb schon während der Schulzeit Gedichte und Erzählungen. 1886 nahm er
in Palermo, dann in Rom das Studium der Philologie und Jurisprudenz auf und ging
im Wintersemester 1889/90 nach Bonn, damals das Mekka der romanistischen
Philologie. 1891 legt er eine Dissertation über seinen Heimatdialekt vor - der
Thesenverteidigung, die damals zum Promotionsverfahren gehörte, erinnert er sich
in einer amüsant-skurrilen Studie. 1892 kehrt er nach Rom zurück und heiratet
1894 die Tochter eines reichen Geschäftsfreundes. 1904, als ihm erster
literarischer Erfolg zuteil wird, treffen ihn zwei Schicksalsschläge von
weitreichenden Auswirkungen: Bei seiner Frau bricht eine Geisteskrankheit aus,
und der Verlust seines Vermögens durch ein Grubenunglück zwingt ihn zum
Broterwerb. Von 1897-1921 arbeitet er als Dozent für italienische Literatur am
Istituto Superiore di Magistero (Pädagogische Hochschule) in Rom.
Schon seine 1908 erschienene Schrift über den Humor, in der sich Pirandello als
von der Bergsonschen Lebensphilosophie, der deutschen Philosophie und vom
italienischen Verismus beeinflusst zeigt, schlägt Grundtöne seines Werks im
Kampf gegen Formalismus und Konvention an. Pirandello zeigt den Dichter als
Humoristen, der "zerlegen, verwirren, durcheinanderwerfen" muss. Es gibt keine
absolute Wahrheit, und das Innen, das sich hinter einer Maske verbirgt, und das
Außen fallen auseinander.
Nachdem die ersten Dramenversuche keinen Erfolg hatten, gelangt Pirandello mit
dem Stück "Sechs Personen suchen einen Autor" (1921) zu Weltruhm. Es gilt noch
heute als Meilenstein für die moderne Dramentheorie. Sechs Figuren, vom Dichter
erdacht, dringen auf die Bühne und fordern Leben. Um das Thema der Maske und das
Problem des Auseinanderfallens von Sein und Schein geht es auch in der Tragödie
"Enrico IV." (1922), die Pirandello für sein bestes Stück hielt. Der Protagonist,
in einem Maskenzug als Heinrich IV. verkleidet, stürzt vom Pferd und verfällt
dadurch dem Wahn, wirklich der deutsche Kaiser Heinrich zu sein. Sein großer
Reichtum ermöglicht es ihm, diese Rolle inmitten eines zeitgemäß kostümierten
Hofstaates auch dann noch weiterzuspielen, als er sich seiner Identität längst
wieder bewusst geworden ist. Wie auch sonst in Pirandellos Werk erweist sich die
Rolle, die Maske, als Abwehr gegen eine als unerträglich empfundene Wirklichkeit,
und wird so zum Ingebriff des Widerspruchs von Kunst und Leben. 1924 tritt
Pirandello aus Enttäuschung über den Liberalismus B. Croces in die faschistische
Partei ein und arbeitet mit am faschistischen Manifest. Verstärkt widmet er sich
dem Theater: 1924 gründet er das Teatro d' Arte di Roma, und reist 1925-27 mit
seiner Truppe durch Europa und Südamerika. 1934 erhält er den Nobelpreis.
Neben seinem dramatischen Werk ist vor allem Pirandellos Novellensammlung
"Novelle per un anno" (dt. Novellen für ein Jahr) bekannt geworden. Ursprünglich
auf 365 Novellen konzipiert, enthält sie 246 Erzählungen von erstaunlicher
thematischer und formaler Geschlossenheit. In der "Nachfolge des Veristen Verga"
erzählt Pirandello hier Geschichten von Menschen, die dem Alltag zu entfliehen
versuchen. Weniger bekannt dagegen ist Pirandellos Romanschaffen. Auch in seinem
berühmtesten "Il fu Mattia Pascal" geht es um Identitätskonflikte, um die Suche
nach dem Sinn und die Unmöglichkeit absoluter Freiheit. Der Titelheld, für tot
geglaubt, flieht aus seinem Leben, um ein zweites zu beginnen. Als er
schließlich in das frühere zurückkehren will, ist er aus dem Leben der anderen
herausgefallen; er ist ein Gewesener: Il fu M. Pascal. Wie in vielen anderen
seiner Werke finden sich auch in diesem teilweise autobiographisch motivierten
Roman Reminiszenzen an Bonn und das Rheinland.
Auf Anraten seines römischen Hochschullehres hatte Pirandello die Rheinische
Friedrich-Wilhelms-Universität bezogen. Er lernte fleißig Deutsch, übersetzte
Goethes Römische Elegien, und schrieb, davon inspiriert, seine Rheinischen
Elegien, die er bei ihrem Erscheinen 1895 mit der Anmerkung "Bonn, 1889/90 ..
Zur Erinnerung an die in Deutschland, im Rheinland verbrachten Jahre..." versah.
Zusammen mit Studienfreunden zog Pirandello in ein Haus am Neutor, und als er
sich in Jenny Schulze-Lander verliebte, in das Haus ihrer Mutter in der
Breitestraße, wo heute eine Gedenktafel an den berühmten Gast erinnert. Jenny
widmete er den Gedichtband Pasqua di Gea, unter denen sich auch ein Gedicht über
das Melbtal findet. Die o.g. 16 Rheinischen Elegien sind eine Art dichterisches
Tagebuch der rheinischen Zeit, in denen er seine Stimmungen und Eindrücke
poetisch verarbeitet. Zentrum der Gedichte aber ist die Bonner Jugendgeliebte,
die er dort Johanna nennt. Schon in seinem ersten Roman L'esclusa (dt. Die
Ausgestoßene) und in der Novelle "Vexilla Regis" (1897), die er 1893, bald nach
seiner Rückkehr aus Deutschland, in den Bergen der Castelli Romani schrieb,
finden sich zahlreiche rheinische Ortsnamen wie Bonn, Bad Godesberg, Beuel, Köln,
Düsseldorf, Neuwied und deutsche Personennamen - oft mit persönlichem
Hintergrund. Und wieder ist es Jenny, deren er sich erinnert: "Dreizehn Jahre
waren seit seiner Deutschlandreise verflossen, die nun wie ein stürmischer Traum
in seiner Erinnerung wiedererwachte. Keine Spur von ihr ... Aber dennoch,
wieviele Nachrichten hatte er gesammelt und welchen Anteil an Annys Leben in
Bonn genommen! Er hatte sogar das verlassene Haus in der Wenzelgasse wie jeden
anderen Ort in der Stadt besuchen wollen, um nach ihrem früheren Leben zu
forschen ... Da, durch die Poppelsdorfer Allee, war sie sicher mit ihren
Freundinnen spazierengegangen ..." (aus: Vexilla Regis).
Auch in dem wichtigen Gedicht "Convegno" (Zusammenkunft, 1901), in dem sich
verschiedene Erinnerungsbilder einer Person in Form von Schatten aussprechen,
entwirft er ein Selbstporträt der Bonner Studentenzeit und holt den Schatten
Jennys hervor. In der "Novelle I pensionati della memoria" (Die Pensionäre der
Erinnerung, 1913) macht der Dichter den Hutmacher Anton Herbst, der am Markt
wohnte, zum Gegenstand seiner Reflexionen über den Tod und die verschiedenen
Arten von Wirklichkeit. Vergessen hat Pirandello die Jugendgeliebte nie.
Wiedergesehen hat er sie jedoch nicht mehr. Jenny war kurz nach seinem Abschied
von Bonn mit ihrer Mutter in die Vereinigten Staaten ausgewandert. Als sie 1935
durch die Zeitung von Pirandellos Amerikabesuch erfuhr, bat sie ihn um ein
Wiedersehen. Der alternde Dichter aber, der sie so in Erinnerung behalten wollte,
wie er sie in seiner Jugendzeit erlebt hatte, wollte sich und auch ihr eine
Wiederbegegnung ersparen und schrieb ihr nur.
Mit Bonn allerdings war es anders bestellt. Als Pirandellos Theatertruppe 1925
auf seiner Deutschlandtournee in Bonn gastierte, bekennt er den gratulierenden
Studentenkorps zu Tränen gerührt, dass er seinen ganzen Ruhm, sein ganzes Werk
hingeben würde, um noch einmal der zu sein, der er damals in den glücklichen
Bonner Jahren war.
Pirandello in Deutschland
durch
Deutsches
Pirandello-Zentrum e.V.
Der sizilianische Nobelpreisträger Luigi Pirandello (1867-1936) ist
hierzulande zwar als Klassiker der Moderne bekannt und sogar in dem Adjektiv
"pirandellianisch" oder "pirandellesk" im - wenigstens intellektuellen -
Sprachgebrauch präsent, er ist aber immer nur sehr selektiv gelesen worden,
einfach deshalb, weil es nie eine einigermaßen repräsentative Ausgabe seiner
Werke in deutscher Sprache gegeben hat.
Zwar ist das deutsche Theater der Jahre 1924 bis 1930 von einer wahren
Pirandello-Mode geprägt, aber die bezieht sich nur auf den Dramatiker
Pirandello, von dem auch nur die Stücke dieser Periode zur Kenntnis genommen
wurden (nicht das Früh- und nicht das Spätwerk der 30er Jahre); zwar hat man
in den 50er Jahren Pirandello als "Existentialisten avant la lettre"
entdeckt, aber das bezog sich nur auf den Novellenautor Pirandello, von dem
seitdem in verschiedenen Zusammensetzungen das eine oder andere
Anthologiebändchen sogar die Bahnhofskioske bestückt, während die
verfügbaren Theatertexte nach 1945 sich immer wieder lediglich auf das von
Peter Szondi zum Spiel vom Ende des Dramas stilisierte Metadrama Sechs
Personen suchen einen Autor beschränkten.
Die Romane wurden fast durchgehend ignoriert, sieht man von einem
bescheidenen Erfolg des Mattia Pascal ab. Da Pirandello aber nicht nur auf
dem Theater neue Maßstäbe gesetzt hat und sein Werk gegenwärtig wieder
einmal als "postmodern avant la lettre" entdeckt wird, schien es hoch an der
Zeit, dem deutschsprachigen Leser endlich eine einigermaßen vollständige
Ausgabe anzubieten.
Sie liegt nun in sechzehn Einzelbänden vor. In diesen finden sich erstmals
sämtliche sieben Romane und eine umfangreiche Auswahl von Novellen (ca. 150
von insgesamt ca. 240 Texten) in vier Bänden, dazu Pirandellos
poetologischer Essay „Der Humor“ und natürlich das gesamte Theater (5
Bände). Ein Band „Nachrichten über meinen unfreiwilligen Aufenthalt auf der
Erde“, in dem Pirandellos Leben und Werk „zweistimmig“ erzählt wird – einmal
vom Herausgeber, einmal durch für sich selbst sprechende Beispiele seiner
Lyrik und Texte aus Briefen, Zettelkästen und Tagebüchern sowie nicht
ausgeführten Skizzen - rundet die Ausgabe ab.
Die Romane zeigen Pirandello als Wegbereiter der Moderne, der den Verismus/Naturalismus
sozusagen von innen heraus überwindet, indem er die Schreibhaltung der
Naturalisten selbst zum Gegenstand der Geschichte macht und ironisiert
(Serafino Gubbio), die Auflösung des Ich diagnostiziert (Mattia Pascal,
Einer, keiner, hunderttausend), kunst- und filmtheoretische Fragen im
Zeitalter der "technischen Reproduzierbarkeit des Kunstwerks" in erlebbare
Erfahrung umwandelt (Der Mann seiner Frau, Serafino Gubbio) oder schlicht
und einfach eine naturalistische Grundhaltung konsequent ironisiert, selbst
wenn es um so ernste Fragen wie Emanzipation (Die Ausgestoßene), Ökologie
(Serafino Gubbio) oder Politik und Gesellschaft (Die Alten und die Jungen)
geht.
Die Novellen, oft Keimzellen der Theaterstücke, radikalisieren diese Tendenz
durch die Pointenorientiertheit dieses Genres noch. Ihre Grundform ist die
Beffa , der Streich der Boccaccio-Novelle; aber ihn spielen nun nicht mehr
listige Intriganten tölpelhaften Opfern, sondern "das Leben und der Tod" dem
Menschen schlechthin. So werden Pirandellos Figuren immer wieder zu
armseligen Hampelmännern, höhnisch verlacht von einer Macht, die nach Gottes
Tod nicht mehr zu fassen ist. Zugleich aber verlieren sie für den Leser die
moralischen Konturen, nach denen er sie einordnen könnte: Begriffe wie Gut
und Böse sind sinnlos geworden, an ihre Stelle tritt so etwas wie eine
allgemein-menschliche Schwäche (im doppelten Wortsinn) und Ohnmacht, und wer
die durchschaut ("wer das Spiel verstanden hat"), ist allemal noch am besten
dran.
Ob auf Pirandellos heimatlicher Insel Sizilien, auf dem "Kontinent", wie die
Sizilianer Italien und "Resteuropa" nennen, oder in einer seltsam
phantastisch anmutenden Welt wie die Novellen der Spätzeit, dieses Prinzip
kennzeichnet die meisten seiner kurzen Erzählungen, zusammen mit der "Demaskierung"
der Illusion, dass man eine Geschichte überhaupt noch "erzählen" kann - denn
da die Wirklichkeit für jede der erlebenden Figuren anders aussieht, ist ein
eindeutiges Erzählen längst unmöglich geworden.
Pirandellos Theater vollzieht räumlich dieselbe Bewegung - in den
sizilianischen Dialektdramen, die der bereits vierzig-jährige Professor an
der römischen Lehrerbildungsanstalt zu schreiben beginnt, um seine Familie
erhalten zu können (weil nur Theater finanziell wirklich lukrativ ist, wie
erschreibt) beginnt eine Verselbständigung der Figuren, die als Rollen gegen
das gesellschaftliche Rollenspiel rebellieren – solange, bis sie schließlich
sogar gegen das Rollenspiel des Theaters rebellieren. Die nur noch als
Rollen durch die Welt gehenden Sechs Personen werden eben dadurch in den
Worten ihres Autors theaterwürdig, dass der Autor sie ablehnt, denn dadurch
wird nicht ihre klischeehaft melodramatische Geschichte auf die Bühne
gebracht, sondern vielmehr die Unspielbarkeit einer solchen Geschichte in
einer Zeit, die nicht mehr an eindeutige Wahrheiten glaubt.
Pirandello ist freilich großzügig genug, auch noch die Rückzugswahrheiten,
die "großen Geschichten" oder Utopien, noch einige Jahrzehnte vor dem Fall
der Berliner Mauer und den Thesen der Dekonstruktivisten, zu stürzen: "Neuer
Mensch und neue Gesellschaft", "freie Religion in einer Art Basiskirche","die
reine Sphäre der Kunst", sie alle werden in den drei "Mythen" der Spätzeit
in ihrem Scheitern dargestellt.
Die ästhetische Grundlage dafür bildet Pirandellos spezifischer Humor- der
umorismo, dem sein theoretisches Hauptwerk, die Habilitationsschrift
gleichen Namens gewidmet ist. Sie liegt im Rahmen der Werkausgabe als
eigener Band vor; dazu sind die Essays zum Theater im Band 6 (Sechs
Personensuchen einen Autor. Trilogie des Theaters auf dem Theater), die zur
Erzählliteratur im Band 11 (Da lacht doch jemand. Späte Erzählungen), kleine
Texte, Entwürfe, Gedichte und Skizzen schließlich im Band 16 Leben und Werk
untergebracht. Die Ausgabe wendet sich an den Leser, nicht an den
Wissenschaftler; deshalb wurde auf einen umfangreichen historisch-kritischen
Apparat verzichtet. Nur bei jenen Werken, bei denen die Kenntnis von
Varianten auch für die "Lust am Lesen" oder - im Fall des Theaters - für die
Inszenierungspraxis wichtig zu sein schien, haben wir ausgewählte Varianten
in Anmerkungen wiedergegeben.
"Das Leben schließt nie ab", pflegte Pirandello immer wieder zu sagen. Auch
die Pirandello-Ausgabe ist im Prinzip offen konzipiert. Weitere Bände (Erzählungen,
Essays, Gedichte) könnten folgen, spätere Auflagen könnten mehr Varianten
aufnehmen oder sich an abermals neuen Übersetzungen versuchen. Aber unsere
Ausgabe will endlich erstmals die Gelegenheit geben, den ganzen Pirandello
auf Deutsch kennen lernen zu können. Denn, wie Rudolf Krämer-Badoni beim
ersten Erscheinen der Ausgestoßenen vor mehr als zehn Jahren schrieb: "Es
ist nie zu spät, Größe zu entdecken".
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